Heide-Schule - Förderzentrum mit dem Schwerpunkt Lernen
















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Die Streitschlichter

der Heide-Schule Schwebheim

 

Ø      Was machen die Streitschlichter?

Die Streitschlichter helfen in einem Gespräch ihren Mitschülerinnen und Mitschülern, Streitigkeiten zu besprechen. Dabei geht es nicht darum, einen Schuldigen zu verurteilen! Streitschlichter sind keine Richter oder Polizisten! Es soll gemeinsam eine Lösung gefunden werden, mit der alle zufrieden sind.

Ergebnis des Gesprächs ist ein Vertrag, den alle unterschreiben.

Ø      Wer nimmt am Schlichtungsgespräch teil?

Das Gespräch findet im Team statt. Das Team besteht aus mindestens zwei Streitschlichtern, den Streitenden und einer Lehrkraft.

Ø      Wie bekomme ich ein Schlichtungsgespräch?

Ihr habt die Möglichkeit, ein Schlichtergespräch anzufordern. Dazu müsst ihr einen Meldezettel ausfüllen und in den Briefkasten vor dem Streitschlichter-Zimmer werfen.

 

Alle Schlichtungsgespräche finden

im Streitschlichter-Zimmer statt. Wann ihr ein Schlichtungsgespräch bekommt, erfahrt ihr von den Streitschlichtern.

Ø      Was habe ich davon ?

Wer sich zu einem Schlichtungsgespräch anmeldet und dort den Streit mit seinem „Streitpartner“ friedlich lösen kann, bekommt keine Strafe von Lehrkräften oder von der Schulleitung. Außerdem könnt ihr lernen, Streitereien und Konflikte friedlich zu lösen, ohne dass euch Erwachsene reinreden.

 

 

 

Konzeption zum Streitschlichter-Programm an der Heide-Schule Schwebheim

 Ausgangspunkt

Ausgangspunkt des Streitschlichterprogramms war eine Untersuchung zur Streitkultur an der Heide-Schule im Frühjahr 2007 in Form eines Fragebogens. Es wurden alle Schüler befragt, die an der Heide-Schule den großen Pausenhof benutzen. Das waren 186 SchülerInnen aus der Mittel- und Oberstufe sowie einer 3. Klasse. Die wichtigsten Ergebnisse waren:

1.        Knapp die Hälfte (43 %) der befragten SchülerInnen findet, dass es an der Heide-Schule viel oder sehr viel Streit gibt.

2.        Die häufigsten Formen des Streitens sind nach Angaben der SchülerInnen gewalttätige Auseinandersetzung (47 %) sowie Beleidigungen/Beschimpfungen (37 %).

3.        Über die Hälfte der SchülerInnen findet nicht, dass Streitereien an unserer Schule meistens fair gelöst werden. Die körperlich stärkeren Schüler setzen sich, so ein Drittel der Befragten, meistens durch ihre körperliche Überlegenheit durch (33 %) und, so rund ein Fünftel, ist nie Zeit, die Konflikte richtig zu klären.

4.        Fast die Hälfte der SchülerInnen gibt an, dass Lehrkräfte meistens von den Konflikten nichts mitbekommen (43 %).

Die körperliche, verbale und psychische Gewalt an der Heide-Schule nimmt qualitativ wie quantitativ nicht die Ausmaße manch anderer Schulen vor allem in städtischen Bereichen an. Dennoch lassen die Ergebnisse dieser Untersuchung Handlungsbedarf erkennen und die Einführung von Streitschlichtern an der Heide-Schule als sinnvoll erscheinen.

 Zielsetzung

Neben der Verbesserung des Schulklimas und der Streitkultur an der Heide-Schule sind die Entwicklung und Förderung sozialer Kompetenzen der SchülerInnen die übergeordneten Ziele des Streitschlichterprogramms. Vor allem hinsichtlich einer erfolgreichen sozialen und beruflichen Integration der SchülerInnen ist dem Aufbau und der Weiterentwicklung von Sozialkompetenz eine große Bedeutung beizumessen. Zwar profitieren vornehmlich die ausgewählten StreitschlichterInnen sowie die an Streitschlichtungsgesprächen teilnehmenden SchülerInnen vom Projekt Streitschlichtung. Dennoch soll über die Schaffung einer positiven Streitkultur die Gesamtheit der Schülerschaft und somit auch der einzelne Schüler erreicht werden.

 Auswahl der Streitschlichter

Die Auswahl der Streitschlichter erfolgte durch die Betreuer des Streitschlichterprogramms in Absprache mit den Klassenleitern. Auswahlkriterien waren hierbei Motivation und Bereit-schaft der SchülerInnen, als Streitschlichter zu fungieren, Akzeptanz bei den MitschülerInnen sowie gewisse kommunikative und soziale Kompetenzen.

 Ausbildung der StreitschlichterInnen

Die Ausbildung der StreitschlichterInnen erfolgte in insgesamt 12 Schulstunden und bezog sich auf folgende Inhalte:

-         Begriffsklärung Streit, Formen des Streits, positive und negative Streitkultur

-         Begriffsklärung Streitschlichtung, Bausteine und Stufen der Streitschlichtung, Setting

-          Einüben der Vorgehensweise in sechs Stufen der Streitschlichtung (von der Begrüßung bis zur Verabschiedung), Einstudieren von „Schlüsselsätzen“ und zentralen Begriffe

-         Lesen von Mimik, Gestik und Körpersprache

-         Umgang mit verschiedenen Stimmungs- und Gefühlslagen der Streitenden

-         Einstudieren von Gesprächstechniken, Paraphrasieren und Spiegeln

-         Entwicklung von Lösungsstrategien

-         Vorstellen der StreitschichterInnen in den Klassen der Mittel- und Oberstufe

 Organisation der Streitschlichtung

Die SchülerInnen der Mittel- und Oberstufe haben die Möglichkeit, ein Schlichtungsgespräch anzufordern. Dazu müssen sie einen Meldezettel ausfüllen und in den Streitschlichter-Kasten vor dem Streitschlichter-Zimmer einwerfen.

Die Streitschlichter geben den SchülerInnen, die ein Gespräch angefordert haben, in Form einer schriftlichen Bestätigung Bescheid, wann das Schlichtungsgespräch stattfindet. Die Schlichtungsgespräche finden in der Regel alle an einem festen Tag zu einer bestimmten Uhrzeit statt.

Am Schlichtungsgespräch nehmen neben den Streitenden zwei StreitschlichterInnen sowie eine das Streitschlichter-Programm betreuende Lehrkraft teil. Die Lehrkraft hat hierbei eine passive Rolle und schaltet sich nur bei Bedarf in das Gespräch ein.

Am Ende eines Streitschlichtungsgesprächs wird ein Vertrag unterzeichnet, dessen Einhaltung von den StreitschlichterInnen überprüft werden wird. Wird der Vertrag gebrochen, so wird besteht die Möglichkeit, ein weiteres Schlichtungsgespräch in Anspruch zu nehmen. Im Falle des Scheiterns wird der „Fall“ an die Klassenleiter bzw. die Schulleitung überwiesen.

 

 

Text: Michael Oschmann

Juli 2007